Aufbau eines Reifens

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Im folgenden möchten wir Ihnen zunächst etwas Grundlegendes zum besseren Verständnis von Reifen näher bringen. Dazu haben wir Ihnen alles wichtige zum Thema Reifenaufbau zusammengestellt. Denn neben der unterschiedlichen Optik unterscheiden sich Reifen oft schon grundlegend in Ihrem unterschiedlichen Aufbau.

Zunächst einmal unterscheidet man beim Aufbau der Reifen die Diagonalreifen von den Radialreifen. Radialreifen sind die gebräuchlichste Aufbauart für PKW und LKW. Diagonalreifen hingegen findet man vornehmlich im landwirtschaftlichen Bereich und bei Motorrädern. Der Unterschied zwischen diesen beiden Arten liegt im Aufbau der Karkasse. Bei Diagonalreifen verlaufen die so genannten Kordfäden diagonal zur Lauffläche und sie kreuzen sich. Die Kordfäden der Radialreifen jedoch sind, wie der Name schon vermuten lässt, radial angeordnet. Außerdem unterscheiden sich die beiden Reifentypen je nach Einsatzgebiet auch im Anteil der verwendeten Materialien. Mehr dazu und detaillierte Informationen zur Funktion und dem genauen Aufbau der Karkasse und von Radialreifen und Diagonalreifen, finden Sie in den entsprechenden folgenden Rubriken..

reifen2a

Auch das Profil bzw. die Lamellen spielen beim Aufbau eines Reifens eine große Rolle. Den Inneren Aufbau der Karkasse durch diagonal oder radial verlaufende Kordfäden kann man dem Reifen nicht sofort ansehen. Bei dem Profil sieht es da allerdings schon ganz anders aus. Radialreifen und Diagonalreifen eignen sich durch ihren Aufbau besonders für ihre jeweiligen Einsatzgebiete und auch das Profil und die Lamellen lassen sich durch unterschiedliche Profiltiefe und Anordnung ideal auf spezifische Anforderungen anpassen. Je nach Einsatzgebiet variiert so die Tiefe und Anzahl der unterschiedlichen Lamellen. Bei Slicks zum Beispiel wird sogar ganz auf Profil verzichtet. In der Rubrik „Profil und Lamellen“ erfahren Sie welche Funktion das Profil überhaupt hat und welches Profil sich am besten für welche Bedingungen eignet

diagonal

Bei Diagonalreifen kreuzen sich die Cordfäden der einzelnen Lagen des Gewebeunterbaus, in einem spitzen Winkel.
Der Fadenwinkel beträgt bei Normalreifen etwa 35-40 Grad, bei Sportreifen ca. 25-35 Grad. Kleiner Fadenwinkel gibt bessere Seitenführungseigenschaften, geringeren Rollwiderstand und kleinere Ausdehnung des Reifens in radialer Richtung durch die Fliehkraft. Der
Reifen wird aber dadurch härter und somit werden seine Federungseigenschaften schlechter. Die Cordgewebe werden aus Baumwoll-, Rayon-, Nylon- und auch Polyesterfäden hergestellt. Die Gewebelagen sind bei Diagonalreifen von Wulst zu Wulst gelegt und dort um den Wulstkern umgeschlagen.

Bei Radialreifen, auch Gürtelreifen genannt, sind die Cordfäden der Karkasse radial im Winkel von 88-90 Grad angeordnet. Zwischen der Karkasse, die meist aus zwei Lagen besteht, und der Lauffläche wird ein zusätzlicher Gürtel aus mehreren Textilfasern oder auch aus feinen Stahlseilen hergestellt. Der steife Gürtel ergibt einen kleinen Rollwiderstand und vermindert Bewegungen in der Aufstandsfläche. Dies ergibt eine geringere Wärmeentwicklung und weniger Reifenverschleiß. Ferner bleibt das Profil in der Aufstandsfläche offen, was eine bessere Haftung, besonders bei nasser Fahrbahn, zu Folge hat. Der Fahrkomfort eines Gürtelreifens wird bei hoher Geschwindigkeit besser.

radial

Bei den heute üblichen Fahrzeugreifen unterscheidet man folgende Konstruktionselemente:

a) Reifenwulst
b) Karkasse
c) Seitenwand
d) Laufstreifen

A) Der Reifenwulst hat die Aufgabe, den festen Sitz des Reifens auf der Felge zu gewährleisten. Um eine Längenänderung des Reifens am Felgenumfang auszuschließen, sind im Wulst mehrere Drahtkerne eingearbeitet. Bei schlauchlosen Reifen dichtet der Reifenwulst zudem das eingeschlossene Luftvolumen gegen die Umgebung ab.

B) Die Karkasse, gespannt durch den Innendruck, bildet das tragende Gerüst eines Reifens. Sie besteht aus mehreren Gewebeunterlagen, die ohne gegenseitige Berührung in Gummi eingebettet werden. Als Gewebematerialen verwendet man Kord, Kunstseide, Polyamidfasern und Stahl. Die Karkassenfestigkeit wird durch die Anzahl der Gewebeunterlagen bestimmt und durch die PR-Anzahl (Abkürzung für ”ply rating”) angegeben, die nicht der tatsächlichen Lagenzahl entsprechen muss.

C)Die Seitenwand mit Scheuerleisten wird als Gummiabdeckung der Karkasse vom Wulst zum Laufstreifen hin ausgeführt und soll die Gewebelagen vor Zerstörung durch äußere Einflüsse schützen.

D) Der Laufstreifen umgibt die Karkasse an ihrem äußeren Umfang und stellt die kraft-, bzw. formschlüssige Verbindung zwischen Fahrbahn und Reifen her. Nach dem jeweiligen Aufgabenbereich des Reifens werden Gummimischung und Profilierung des Laufstreifens ausgelegt. Man unterscheidet dabei z.B. Sommer- und Winterprofile und bei Rennreifen Gummimischungen sowie Profilierungen für trockene und feuchte Fahrbahnoberflächen.

Die wichtigsten Komponenten eines modernen PKW-Reifens (jeweils blau eingefärbt)

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Butylkautschuk

Dichtet den mit Luft gefüllten Innenraum des Reifens ab.
ersetzt bei modernen (schlauchlosen) Reifen den Schlauch.

Kern

Kern - In Kautschuk eingebetteter Stahldraht

Gewährleistet den festen Sitz des Reifens auf der Felge

Kernprofil
Wulstverstaerker

Kernprofil aus Synthesekautschuk

Ist für Fahrstabilität und präzises Lenkverhalten erforderlich und beeinflusst entscheidend den Einfederungskomfort.

Wulsverstärker aus Nylon beziehungsweise Aramid

Ist für Fahrstabilität und präzises Lenkverhalten erforderlich.

Seitenstreifen

Seitenstreifen aus Naturkautschuk

Schützt die Karkasse vor seitlichen Beschädigungen und Witterungseinflüssen

Textilkordeinlage
Guertellagen

Textilkordeinlage aus Rayon oder Polyester (gummiert)

Leistet Widerstand gegen den Innendruck (Überdruck im Reifen)

Hochfeste Stahlcorde für Gürtellagen

Steigern die Form- und Fahrstabilität und verringern den Rollwiderstand, erhöhen die Laufleistung des Reifens

Spulbandage

Spulbandage aus Nylon, in Kautschuk eingebettet

Verbessert die Hochgeschwindigkeitstauglichkeitund die Fertigungspräzision

Laufstreifen

Laufstreifen aus Synthese- und Naturkautschuk

Cap: Sorgt für die Haftung auf allen Straßenoberflächen. Gibt Abriebfestigkeit und Fahrstabilität

Base: Verringert den Rollwiderstand und dämpft die Stoßübertragung auf die Karkasse

Seitenteil: Bildet einen optimalen Übergang des Laufstreifens zur Seitenwand

  1. Laufstreifen
    Profil und Mischung beeinflussen die Haftung auf der Straße
  2. Laufstreifen-Unterplatte
    Verbindet den Laufstreifen mit der Nylonabdeckung.
  3. Microflanco
    Verbindet die Lauffläche mit dem Seitenteil.
  4. Nylonabdeckung (2 Lagen, spiralgewickelt)
    Sicherheitsbandage für Hochgeschwindigkeitsreifen.
  5. Stahlgürtel
    Festigkeitsträger; beeinflusst Fahreigenschaften und Reifenkontur.
  6. Karkasse (aus Rayon oder Polyester)
    Festigkeitsträger, konturbestimmend für den Querschnitt.
  7. Seitenteil
    Schützt die Karkasse.
  8. Liner
    Zur Abdichtung, statt Schlauch.
  9. Wulstschutz
    Beeinflusst die Stabilität, Felgenschutz.
  10. Kernreiter
    Beeinflusst die Stabilität.
  11. Kabel (Stahldraht)
    Sichert den Felgenschutz.
  12. Mischungs-Wulstschutz
    Schützt vor Montageschäden
  13. Kernfahne (Kreuzgewebe aus Kevlar oder Rayon)
    Beeinflusst die Stabilität.
reifenaufbau

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